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🧠 Mind & Universe 08.11.2025

Warum das Unerreichbare so reizvoll ist

Warum alles vermeintlich Unerreichbare meistens auch das mit dem größten Reiz ist

Unser Blick haftet oft unwillkürlich an dem, was in weiter Ferne lockt – in Liebe, Erfolg oder Erkenntnis. Eine poetische Reise durch Psychologie, Mythos und Kosmos fragt: Warum haben wir solche Sehnsucht nach dem, was wir nie ganz erreichen?

Einleitung

Dieser Beitrag erkundet den faszinierenden Reiz des Unerreichbaren und zeigt, wie Psychologie, Spiritualität, alte Weisheiten und naturwissenschaftliche Konzepte sich ergänzen. Wir fragen: Warum ziehen uns gerade jene Ziele unwiderstehlich an, die uns doch immer wieder entgleiten – sei es die unerwiderte Liebe, der große Erfolg oder die ultimative Erkenntnis? Dabei beziehen wir neurowissenschaftliche Erkenntnisse über das Belohnungssystem, esoterische Gesetzmäßigkeiten, archetypische Bilder und kosmische Metaphern in unsere Betrachtung ein.

Psychologische Perspektive

Moderne Hirnforschung zeigt: Unser Verlangen wächst, wenn ein Ziel als knapp oder unerreichbar wahrgenommen wird. Das Gehirn schüttet dann vermehrt Dopamin aus – den Botenstoff für Belohnung und Erwartung – und steigert so Fokus und Motivation. Interessanterweise fällt die Dopaminausschüttung wieder ab, sobald wir das Objekt tatsächlich besitzen. Dieser neurochemische Effekt erklärt, warum gerade unerfüllte Liebe oder der Kampf um den Traumjob so leidenschaftlich fesseln: Die Aussicht, das Ferne zu gewinnen, löst einen kraftvollen Dopamin-„Rausch“ aus, der mit dem Moment der tatsächlichen Erlangung wieder verpufft. In der Praxis bedeutet das: Unser Gehirn liebt das Jagdgefühl selbst mehr als den Besitz. Dieser „Aufblick“-Effekt – ähnlich dem Gefühl, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist – lässt uns an dem festhalten, was wir nicht haben, und treibt uns zu immer neuen Zielen an.

Spirituelle und universelle Gesetze

Auch in esoterischen Lehren und alten Weisheitstraditionen findet sich der Gedanke, dass Gedanken und Erwartungen Schwingungen aussenden, die Gleiches anziehen. So heißt es etwa, dass alles Geistige – Gedanken, Gefühle, Wünsche – energetische Schwingungen erzeugt, die sich auf die Welt übertragen und dort Realität formen. In diesem Sinne besagt das populäre „Gesetz der Anziehung“, unsere Gedanken würden das Anziehen von Ereignissen und Menschen mit gleicher „Schwingung“ bewirken. Anhänger berufen sich hier gern auf die sieben hermetischen Gesetze (Kybalion) der alten Hermetik und behaupten, innere Haltung und Fokus könnten die äußere Welt verändern. Auch Buddha wird häufig zitiert: „Mit unseren Gedanken formen wir die Welt“.

Wissenschaftlich betrachtet ist das zwar umstritten (das „Gesetz der Anziehung“ ist nicht empirisch belegt), doch psychologisch wirkt dieser Glaube doch inspirierend: Wer an das Ferne glaubt, richtet seinen Blick dauerhaft auf Möglichkeiten. Man kann sagen: Das Universum liefert die Metapher von Resonanz – ähnlich wie im Gebirge, wo zwei Schwingungen sich verstärken, wenn sie denselben Takt haben. In dieser Analogie geht es darum, dass wir selbst in einer gedanklichen Schwingung stehen, die etwas „Unmögliches“ anzieht. Obwohl physikalisch streng genommen Resonanz ganz profan ein verstärktes Mitschwingen bei passender Frequenz ist, verwenden spirituelle Systeme oft dieselbe Sprache, um zu erklären, dass Gleiches Gleiches anzieht.

Mythologie und Archetypen

Mythen und Archetypen spiegeln das Motiv des Unerreichbaren in kraftvollen Bildern wider. In der griechischen Sage etwa steht der Tantalos-Mythos für ewige Sehnsucht: Tantalos muss leiden, weil Wasser und Früchte immer knapp außerhalb seiner Reichweite bleiben. Er symbolisiert den Tantalus-Effekt – das unbeirrbare Streben nach Zielen, die unerreichbar erscheinen. Ebenso zeigen uns Geschichten wie die von Ikarus (der bis an die Sonne fliegt) oder Orpheus (der seine Geliebte Eurydike zurückholen will) die Tragik und Faszination des unerfüllbaren Traums.

Psychologisch gesehen spielen in diesem Kontext die Archetypen eine Rolle. Carl Gustav Jung beschrieb den Schatten als Teil der Psyche, in dem alle unterdrückten und verdrängten Persönlichkeitsanteile schlummern. Darunter fallen auch unsere unterschwelligen Wünsche, Ängste und Triebe, die nicht ins bewusste Bild von uns passen. Das unerreichbare Ziel kann so zur Projektion unseres Schattens werden – zu einer inneren Sehnsucht nach dem, was wir uns selbst nicht zugestehen. So kann das Streben nach dem vermeintlich Unerreichbaren auch ein Weg sein, den eigenen Schatten zu konfrontieren und zu integrieren.

Analogien aus Natur und Physik

Ein Blick in den Nachthimmel offenbart eine kraftvolle Analogie: Ein Astronaut steht hier am leuchtenden Rand eines fremden Planeten und blickt in ferne Galaxien. Diese Szene fasst poetisch zusammen, was uns ständig umgibt: Einen Horizont, den wir nie erreichen. Genau wie manche Sterne für immer außerhalb der Reichweite bleiben, wirken manche Träume und Erkenntnisse unendlich entrückt. In der Kosmologie gibt es sogar den Begriff des kosmischen Horizonts: Galaxien, die dahinter liegen, sind prinzipiell unerreichbar, weil selbst das Licht, das im Urknall ausgesendet wurde, uns nicht mehr einholen kann.

Auch die Physik kennt Resonanzgesetze, die metaphorisch passen: Technisch bedeutet Resonanz, dass ein schwingfähiges System bei periodischer Anregung überproportional stark mitschwingt. Übertragen auf unser Thema könnte man sagen: Wer auf derselben „Frequenz“ schwingt wie unsere Sehnsucht, verstärkt diese. Die Natur liefert Beispiele, in denen das Fernbleiben eines Reizes den Sog erhöht – etwa das unsichtbare Ende eines Regenbogens oder die ständig zurückweichende Wasserlinie am Horizont. Diese Parallelen zeigen: Auf vielen Ebenen (vom Mikrokosmos bis zum All) gibt es Grenzen, jenseits derer wir das Objekt der Begierde nicht mehr erreichen. Und gerade diese Grenze, dieser blinde Fleck in der Ferne, verleiht unserem Streben erst eine geheimnisvolle Kraft.

Fazit

Zusammengefasst ist die Faszination am Unerreichbaren ein vielschichtiges Phänomen: Biologisch aktiviert uns Knappheit, indem sie die Belohnungszentren stimuliert. Geistig deuten wir sie manchmal als Zeichen höherer Gesetze oder innerer Schicksalsidee. Archetypisch begegnen uns Bilder wie Tantalos, die unser ewiges Streben spiegeln, und auf kosmischer Ebene verweist der Horizont der Galaxien uns immer wieder auf die Grenze des Möglichen. Gerade dieser Widerspruch – das Unmögliche, das uns dennoch weitaus mehr bewegt als das Greifbare – führt dazu, dass wir uns mit Sehnsucht an das Unerreichbare klammern. Unser Leben gewinnt dadurch eine gewisse Spannung und Tiefe: Ohne die Sterne am Nachthimmel, nach denen wir greifen, wäre der Blick ins Dunkle nur halb so schön.